Donnerstag, 11. November 2010

Israelisches Tagebuch 39

Liebe Freunde,

die Luft in Israel wird kühler, wenn ich nachts nach Jerusalem fahre muss ich mich sogar warm anziehen. In Deutschland duftet es jetzt schon langsam nach Zimt und gebranntem Zucker, hier schleicht sich ein Geruch eines ersten Regens – "Jore" heißt er hier – und an einigen Strassen stehen Orangenverkäufer mit den ersten Geschenken des Winters.

Gili und ich schweben in dieser winterlichen Luft, putzen unsere Wohnung, machen sie gemütlich und häuslich, weil – nun, weil wir ja bald Eltern werden. Schon jetzt springt mein Herz jedes Mal wenn das Handy mitten in einer Probe klingelt, wenn Gili etwas tiefer einatmet, wenn sie ihren Bauch hält, wenn sie nach mir ruft.

Darum geht es aber nicht in diesem Eintrag. Diesmal ist es was besonderes – da ich mal zur Abwechslung etwas von Euch hören möchte. Und zwar, weil das Goethe Institut Tel Aviv mich eingeladen hat, am 23.11 (Dienstag) über meinen Blog einen Vortrag zu halten. Ich freue mich und bin ein wenig nervös, zugegeben, ich habe ja als Hornist immer wieder Lampenfieber, was soll ich denn tun wenn ich mich nicht mehr hinter meinem Instrument verstecken kann? Jedenfalls, werde ich einige meiner Einträge dort vorlesen, und da es sich im Laufe des Jahres schon einiges an Material gesammelt hat, wollte ich Euch darum bitten, ein wenig Zeit zu nehmen, einiges durchzulesen und mir zu sagen welche Einträge Euch am besten gefallen. Ich bin für jede Reaktion dankbar – und freue mich auch natürlich zu hören, was Euch so gefällt - und was nicht.

Ich habe diesen Eintrag mit der Erwartung auf unser Kind eröffnet, weil es auch der Grund ist, weshalb ich so wenig schreibe. Ich befinde mich, sozusagen, in einer sehr schönen, aber nicht zuletzt nonverbalen Phase meines Lebens. Ich warte, halt.

Vielen Dank an alle, die mir eine Rückmeldung schicken werden, und danke auch an alle, die seit einem Jahr sich die Zeit nehmen, meine Gedanken und Texte zu lesen und somit mir weiterhin das Gefühl geben, ein Stückchen von mir lebt nach wie vor in Deutschland.

Als rieche es hier ein wenig nach Zimt...

Seid Alle lieb gegrüßt,

Euer Ofer

p.s. Die Rückmeldungen könnt Ihr als Kommentar hinterlassen, oder direkt an mich schreiben: oferwaldman@gmail.com

http://www.goethe.de/ins/il/tel/ges/de6748608v.htm

2 Kommentare:

  1. Lieber Ofer, ein so schönes Bild von dir. Das Goethe-Institut muss begeistert sein. Wir müssen es wissen, denn wir befinden uns in einer besonderen Beziehung zu Goethe: Harald wurde in Jena im Frommanschen Haus geboren, in dem wie jeder weiß , der Dichter die glücklichsten Abende seines Lebens verbracht hat......... Wir können dir also die allerschönste Verbindung von Goethe und Geburt liefern. Beides dürfte für dich im Augenblick von Interesse sein. Ich liebe deinen Beitrag 34. Wir haben beide darüber köstlich gelacht. Aber auch die ernsten Nachrichten lesen wir gerne. Wir haben unser Halbwissen über Israel aus den medien, einer reaktionären Freundin vom Golan und Besuchen in deinem Land, die schon 20 Jahre zurück liegen. Also schreib weiter, Ofer! Alles, alles Liebe und Gute für die aufregenden Tage. Johanna und Harald und Paul

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  2. Lieber Ofer,
    Deine Tochter lächelt ja förmlich... Bereits in diesem Alter beherrscht Sie diese Kunst.
    Unglaublich!!!
    Schreib, wenn möglich weiter.
    Ich freue mich von Dir und Deiner Familie zu hören.
    Sei mir herzlichst gegrüßt.
    Leszek

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